Eines vorweg:
Egal ob beim surfen, Fotos angucken, Video glotzen oder einfach nur beim Bedienen: Das VGA-Display is einfach klasse. Besonders, wenn man jahrelang QVGA (320x480) gewohnt war....
Allgemein:
Über das Preis/Leistungs-Verhältniss braucht nichts mehr gesagt zu werden:
Diese Ausstattung zu diesem Preis ohne einen Knebelvertrag ist konkurrenzlos!
Die Tastatur:
Ehrlich gesagt, das es sich um eine QWERTY-Tastatur handelt, finde ich beim Tippen nicht sonderlich als störend, aber da kann man sicherlich geteilter Meinung sein...
Die Tastatur wird zwar beim Auf- und Zuschieben von einer Feder sanft unterstützt, aber im Gegensatz zum MDA rastet sie nicht im geschlossenen Zustand ein.
Die MDA-Tastatur hat einfach ein besseres Feeling, jede Taste ist minimal erhaben, da gelingt mir das Schreiben von SMS wesentlich flotter.
Umgewöhnen musste ich mich, das die beiden Softkeys nicht unter der jeweiligen Beschreibung im Display ist, sondern links und rechts der Tastatur. Da die zudem klein und plan zur Umgebung sind, sind die nicht einfach zu treffen. Gleichzeitig ist die gesamte Tastatur nach oben in Richtung Display gerutscht, weswegen man beim Tippen der obersten Reihe mit den Daumen an den Displayrand stößt.

Die Sensortasten:
Einfach nur nervig!
Man kann getrost auf die verzichten. Auch wenn man sich angewöhnt hat, sie nicht drücken zu wollen, ganz vermeiden kann man es nicht. Das Sperren mit der Aufnahmetaste ist eigentlich schon obligatorisch, kann man die Sperre eigentlich auch defaultmäßig z.B. in der Registry verankern?
Der Speicher
Ich bin nach wie vor der festen Überzeugung, das dem zuständigen Entwicklungs-Ingenieur unter Einwirkung von Restalkohol das Komma der Speichergröße um eine Stelle nach links gerutscht sein muß, den in einer Zeit, in der das MB Speicher für den Endverbraucher 1 Cent kostet, kann es unmöglich an den Kosten gelegen haben.
Es ist mir ein völliges Rästel, wie man einen modernen Taschen-Computer im Jahre 2008 mit 64MB RAM ausstatten kann (so was gabs zuletzt beim Pentium vor 10 Jahren), zumal man noch nicht mal die Chance hat, den Speicher wie beim großen Windows virtuell zu vergrößern.
Wenn bei 30MB Nettospeicher der GPS-Tuner sein Beenden Net-Framework im Speicher vergisst und deswegen nur noch 9MB (neun) frei ist, ist ein Reset nur noch eine Frage der Zeit, den der Task läßt sich mit keinem Tool abschießen.
Ausschalten
Wieso darf ich mein Telefon nicht ausschalten, wenn ich meine Ruhe haben will? Das ist der gleiche Schwachsinn und Bevormundung wie das nervige Endlos-Gedudel in manchen Karossen, wenn man nicht angeschnallt ist, den die Hersteller haben scheinbar immer noch nicht mitbekommen, das es auch „legale“ Situationen gibt, bei denen man ohne Gurt Fahren darf, z.B. Schritt-Tempo, Rückwärtsfahren oder Parkplatzsuche.
Zum Glück gibt es das kleine Tool „PowerOff“, mit dem man das M800 richtig herunterfahren kann.
Radio
Der Radio ist zwar schick anzusehen, aber ich kann beim besten Willen keinen Stereoeffekt hören (bei MP3 gehts). Der Empfang hält sich in Grenzen und ist deutlich schwächer als bei meinem 29Euro-MP3-Player. Man sollte das Radioteil also nicht allzu ernst nehmen....
Auchmit einem Ersatz-Headset ist die Lautstärke viel zu leise, kennt jemand Abhilfe?
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Edit:
Habe
diesen Audiotreiber gefunden, der die Audiobremse löst.
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WLAN
Da gibts nix zu meckern, funktioniert wie es soll, ich habe den Eindruck, etwas besser und empfindlicher wie der MDA-Vario2
GPS
Das ist neu für mich und der einzigste Vergleich hierzu ist mein 4-Zoll-Navi von Medion, ebenfalls mit Sirf-III.
Wenn der GPS mal seinen ersten Fix hat, dann hat er beim nächsten Start ratenschnell seine Position ermittelt, mit rund 10s noch schneller als das Navi. Und empfindlich ist er dazu, auch unter wirklich schwierigen Bedingungen.
Der Akku
Das leidige Thema! Man muß damit leben, das dem Akku schneller die Luft ausgeht als bei früheren PDAs.
Immerhin muss auch das VGA-Display 4x so viel Pixel befeuern wie unter QVGA.
Meine Erfahrungen: Wenn man mit dem Akkufressern GPS, WLAN, UMTS und Radio rumspielt, hält der Akku gerade so 1,5-2 Tage.
Wenn man aber die Experimentierphase hinter sich hat und mit dem Telefon hauptsächlich erreichbar sein will, schafft der Akku auch schon mal den 4. Tag.
Die Kamera
Im Vergleich zur gleichauflösenden Kamera vom MDA-Vario2 zeigt der M800 zwar etwas schärfere Details, ist aber stark verrauscht und etwas zu hell. Der MDA sieht dagegen weichgespült aus mit ausgerissenem Weiß.
Alles in allem was für Not-Fotos, aber nichts „ernstes“

Und sonst?
Im Gegensatz zum Diamond/Pro, der gar keine Status-LEDs hat, und dem Sony-X1, der seine LEDs ungünstig an der Seite hat., zeigt der M800 mit seinen beiden mehrfarbigen LEDs auf der Front in Verbindung mit der Blinkfrequenz eine Menge Statusinfo.
Auf dem Rücken liegend kann sich schnell die viereckige Linsenabdeckung verkratzen, weswegen ich da eine transparente Schutzfolie draufgeklebt habe, natürlich mit einem Loch in der Mitte für die Linse.
Im Gegensatz zu dem 22mm dicken MDA-Vario2 ist der M800 mit seinen 18mm geradezu schlank und trägt deutlich weniger auf in der Hosentasche.

Das Wechseln der Micro-SD ist nichts für Fingernägelkauer!
Die Karte springt noch nicht mal 1mm aus dem Gehäuserand heraus und ist eben deshalb nur mit guten Fingernägeln oder einer Pinzette zu greifen.
Fazit:
Nein, ein sogenanntes Businnesgerät zum Auspacken und Benutzen ist der M800 nicht gerade. Dazu muß man an etlichen Ecken Hand zum Optimieren anlegen , den wenn man sich auf die Herstellertools verlässt, ist man verlassen, die ziehen nämlich die Kiste früher oder später schwer in den Keller.
Also muß man sich schon selbst auf die Suche durch die Foren manchen nach Taskmanagern, Speicheroptimierern, Datenprotokollierern und sonstigen nützlichen Helferlein, die oft schon unter „must have“ laufen.
Nicht zuletzt die nicht ungefährliche Prozedur des ROMflashen, um noch ein paar MB mehr Speicher zu gewinnen.
„Große“ Kinder wie ich, die gerne experimentieren und rumspielen und viel Hardware für wenig Geld wollen, die sollten mit dem M800 gut bedient zu sein.